April 23, 2008

Eine Liebeserklärung an Ubud und Bali

Susi Frank
Susi Frank ist Gymnasiallehrerin und nutzt dieses Jahr als Sebatical, den Ausstieg auf Zeit. Gerade in diesen letzten Tagen des April ist sie von der zweiten dreimonatigen Reise zurückgekehrt. Von diesen Reisen hat sie anschaulich in vielen Artikeln berichtet - auch Ubud und Bali bekamen dabei ihr Fett ab. Und Susi legt gleich richtig los, man merkt es fällt ihr schwer Abschied zu nehmen:

Wenn es nicht so ein schreckliches Klischee wäre, hätte ich diesen Beitrag "Im Paradies" genannt. Auch bei meinem nun schon 4. Aufenthalt auf der "Insel der Götter", dem "Morgen der Welt", dem "Paradies auf Erden habe ich jeden Tag das Gefühl, mich hier in Ubud, im Herzen Balis tatsächlich auf dem schönsten Fleckchen Erde zu befinden, das ich auf der Welt kenne.

Das Wort "einzigartig" muss für dieses indonesische Inselchen erfunden worden sein. Bali ist mit keinem anderen Ort auch nur annähernd zu vergleichen. Seine Kultur und Religion (eine ganz eigene Mischung aus Hinduismus, Buddhismus und Animismus) unterscheiden sich drastisch vom überwiegend muslimischen Rest Indonesiens und zeigen eine Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen, die mich immer wieder verblüfft. Balinesen sind in gleichem Masse Meister des Tourismus und hartnäckige Bewahrer ihrer Kultur und ihres Glaubens.

Susi Frank

Kein Haus, kein Hotel, kein Spa, kein Internet-Cafe, das nicht mehrmals täglich mit Opfergaben geschmückt wird, ohne jede Ausnahme. Balinesinnen sollen 1/3 ihres Lebens mit der Fertigung dieser kleinen Kunstwerke verbringen. Kein Tag ohne aufwändige Prozessionen prächtig herausgeputzter, grazil einherschreitender Männer und Frauen mit turmhohen Opfergaben auf ihren Köpfen. Kein Abend in Ubud ohne traditionelle Tänze, Schattenspiele und Gamelan-Musik.
Wenn Bali sein Neujahr, Nyepi, feiert und jedermann sich zuhause verkriecht, um die ebenso bösen wie unterbelichteten Geister glauben zu machen, ihr Eiland sei unbewohnt, dann darf auch kein Tourist seinen Fuß vor die Tür setzten und der internationale Flughafen bleibt für 24 Stunden geschlossen (übrigens der einzige weltweit, der dieses Privileg genießt). Schon allein dafür liebe ich diese Insel.
Bei aller Religiosität sind die Balinesen humorvolle, ausgeglichene, charmante Zeitgenossen, denen ich nicht mal dann böse sein kann, wenn sie mich mit ihren Kamikaze-Mopeds fast über den Haufen fahren, um mir dann ihr schönstes entschuldigendes Strahlen zu schenken.
Außerdem haben sie sich einen fantastischen Trick für all die naiven Touristen ausgedacht, die Bali einfach nur für eine nette, billige tropische Bade-oder Surfinsel halten. Diese werden in ein Hotelghetto auf einer vertrockneten, abgelegenen Halbinsel im Süden mit mittelmäßigen Stränden gepfercht, wo sie einen 0815-Urlaub verbringen, viel Geld da lassen und sich wundern, was das ganze Gerede vom Paradies soll, weil ihnen die einstündige Fahrt nach Ubud zu weit ist.
Muss ich noch erwähnen, dass Balis Landschaften (außerhalb dieses vergleichsweise kleinen Ghettos) so schön wie seine Menschen sind? Über den weltberühmten, an Ästhetik nicht zu übertreffenden Reisterrassen thronen gewaltige, teils aktive Vulkane, deren Hänge von tiefen Schluchten durchfurcht sind und über die abenteuerliche Pass-Sträßchen führen. Im Süden begrenzen dramatische Steilklippen Balis Küste, der Westen der Insel ist von undurchdringlichem Dschungel bedeckt.
In meinen 5 Wochen hier habe ich mir vorgenommen, Bali in mich aufzusaugen wie ein Schwamm. Jeden zweiten Tag schwinge ich mich auf mein Moped und versuche jeden Winkel meiner geliebten Insel zu erforschen. Die andern Tage gehe ich zum Yoga-Unterricht und nehme Indonesisch-Stunden bei der entzückenden Nyoman. Die Sprache ist herrlich einfach und absolut niedlich. Oft gehe ich jala-jalan (spazieren) zum toko buku (Buchladen), aber immer hati-hati (vorsichtig) wegen der vielen Schlaglöcher oder esse mit meiner neun Freundin Courtney aus San Francisco( Zufall oder kein Zufall?) im rumah makan (Restaurant) bebek enak (leckere Ente, balinesische Spezialität).
Jeder Tag ist ein Fest, und Ubud ist ein riesiges Festmahl, bei dem man nie weiß, wo man vor lauter Köstlichkeiten zuerst zuschlagen soll.
Entschuldigt, dass dieser Beitrag wie eine Werbebroschüre des indonesischen Fremdenverkehrsamts klingt. Diejenigen von euch, die Bali kennen, werden mich verstehen. Den anderen werde ich mit meinen Schwärmereien solange auf die Nerven fallen, bis sie entweder selbst losfahren oder die Ohren zuklappen.
In diesem Sinne: Hati-Hati, passt auf euch auf und lasst von euch hören.
Kein Haus, kein Hotel, kein Spa, kein Internet-Cafe, das nicht mehrmals täglich mit Opfergaben geschmückt wird, ohne jede Ausnahme. Balinesinnen sollen 1/3 ihres Lebens mit der Fertigung dieser kleinen Kunstwerke verbringen. Kein Tag ohne aufwändige Prozessionen prächtig herausgeputzter, grazil einherschreitender Männer und Frauen mit turmhohen Opfergaben auf ihren Köpfen. Kein Abend in Ubud ohne traditionelle Tänze, Schattenspiele und Gamelan-Musik.
Wenn Bali sein Neujahr, Nyepi, feiert und jedermann sich zuhause verkriecht, um die ebenso bösen wie unterbelichteten Geister glauben zu machen, ihr Eiland sei unbewohnt, dann darf auch kein Tourist seinen Fuß vor die Tür setzten und der internationale Flughafen bleibt für 24 Stunden geschlossen (übrigens der einzige weltweit, der dieses Privileg genießt). Schon allein dafür liebe ich diese Insel.
Bei aller Religiosität sind die Balinesen humorvolle, ausgeglichene, charmante Zeitgenossen, denen ich nicht mal dann böse sein kann, wenn sie mich mit ihren Kamikaze-Mopeds fast über den Haufen fahren, um mir dann ihr schönstes entschuldigendes Strahlen zu schenken.
Außerdem haben sie sich einen fantastischen Trick für all die naiven Touristen ausgedacht, die Bali einfach nur für eine nette, billige tropische Bade-oder Surfinsel halten. Diese werden in ein Hotelghetto auf einer vertrockneten, abgelegenen Halbinsel im Süden mit mittelmäßigen Stränden gepfercht, wo sie einen 0815-Urlaub verbringen, viel Geld da lassen und sich wundern, was das ganze Gerede vom Paradies soll, weil ihnen die einstündige Fahrt nach Ubud zu weit ist.
Muss ich noch erwähnen, dass Balis Landschaften (außerhalb dieses vergleichsweise kleinen Ghettos) so schön wie seine Menschen sind? Über den weltberühmten, an Ästhetik nicht zu übertreffenden Reisterrassen thronen gewaltige, teils aktive Vulkane, deren Hänge von tiefen Schluchten durchfurcht sind und über die abenteuerliche Pass-Sträßchen führen. Im Süden begrenzen dramatische Steilklippen Balis Küste, der Westen der Insel ist von undurchdringlichem Dschungel bedeckt.
In meinen 5 Wochen hier habe ich mir vorgenommen, Bali in mich aufzusaugen wie ein Schwamm. Jeden zweiten Tag schwinge ich mich auf mein Moped und versuche jeden Winkel meiner geliebten Insel zu erforschen. Die andern Tage gehe ich zum Yoga-Unterricht und nehme Indonesisch-Stunden bei der entzückenden Nyoman. Die Sprache ist herrlich einfach und absolut niedlich. Oft gehe ich jala-jalan (spazieren) zum toko buku (Buchladen), aber immer hati-hati (vorsichtig) wegen der vielen Schlaglöcher oder esse mit meiner neun Freundin Courtney aus San Francisco( Zufall oder kein Zufall?) im rumah makan (Restaurant) bebek enak (leckere Ente, balinesische Spezialität).
Jeder Tag ist ein Fest, und Ubud ist ein riesiges Festmahl, bei dem man nie weiß, wo man vor lauter Köstlichkeiten zuerst zuschlagen soll.
Entschuldigt, dass dieser Beitrag wie eine Werbebroschüre des indonesischen Fremdenverkehrsamts klingt. Diejenigen von euch, die Bali kennen, werden mich verstehen. Den anderen werde ich mit meinen Schwärmereien solange auf die Nerven fallen, bis sie entweder selbst losfahren oder die Ohren zuklappen.
In diesem Sinne: Hati-Hati, passt auf euch auf und lasst von euch hören.

Susi Frank


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