Dezember 16, 2007

Abflug aus Bali

Die grosse Politik ist aus Bali abgeflogen, auch die Solartaxi Crew um Louis Palmer hat sich gerade von uns verabschiedet. Weiter geht es mit der Rainbow Warrior nach Neuseeland. Bali nicht mehr als Insel des Terrors, sondern als Symbol für eine Energiewende? Zumindest die USA stehen gewendet da, wenn auch nur auf massivsten Druck, da bleiben doch erhebliche Zweifel. Es geht um die Umstellung eines ganzen Lebenskonzeptes. Wir leben hier in Ubud, einem Ort der von der Klimaveränderung betroffen ist wie jeder andere, aber wo die Hitze einen nicht kaputt macht wie in Nusa Dua im Dezember. Nein, man kann das Klima von Ubud gerne als traumhaft charakterisieren. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von unter 25 Grad und einem Temperaturunterschied von ca. 4 Grad zwischen unseren (hier kälteren) Sommer- und den hier wärmeren Monaten unseres Winters.

Wenn hier europäische Touristen in die Hotels einchecken benutzen sie nur in den seltensten Fällen die Klimaanlagen. Amerikaner und viele Asiaten fühlen das wohl ganz anders und bevor sie überhaupt eingetroffen sind sollte schon die 'A/C' laufen. Sonst muss das Hotel selbst bei funktionierender natürlicher Belüftung fürchten die Gäste zu verlieren.

Auch die Form des auf Nusa Dua und anderswo praktizierten Massentourismus allgemein darf in Frage gestellt werden. Das eine zweiwöchige Konferenz in der Touristenenklave soviel CO2 produziert wie z.B. das afrikanische Land Tschad mit zehn Millionen Einwohnern im ganzen Jahr gibt zu denken.

Es geht anders, das wollen und haben während der Konferenz viele Initiativen hier auf Bali gezeigt. Ein besonders schönes Beispiel ist die 'Schule fürs Leben', ein auf dem pädagogischen Konzept des emeritierten Berliner Prof. Jürgen Zimmer und seiner Mitstreiter von der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie beruhendes Schulprojekt.

Brad Choyt, Schule fürs Leben Bali, Ubud
Brad Choyt, Direktor der Schule fürs Leben Bali, Ubud erklärt den Besuchern von der UNFCCC das Konzept seiner Schule

Kombiniert mit den Ideen und der finanziellen Unterstützung des für seine umweltverantwortliche Schmuckproduktion bekannt und reich gewordenen amerikanischen Ehepaares John und Cynthia Hardy wird hier in der Nähe von Ubud eine weltweite einmalige Experimentierschule geschaffen, Berge bewegt und Brücken geschlagen.
Auf 8 Hektar Land entsteht hier eine sich selbst versorgende Lerngemeinde, mit Baustoffen fast ausschliesslich aus Naturmaterialen wie Bambus und Lehm, einer von dem wundervollen Fluss Ayung gespeisten eigenen Stromversorgung durch Wasserkraft und solchen ungewöhnlichen Bautechniken wie Kühlung durch ein unterirdisches Grabensystem. Kein Wunder, dass die zum Besuch erschienen Delegierten der Klimakonferenz am Schluss der Begehung nicht mit Beifall sparten. Wer sich ebenfalls das Projekt ansehen möchte kann sich gerne bei uns dafür für eine Führung anmelden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

woher kommt die aussage,dass europaeische touris keine AC verwenden.
vieeleicht daher,dass diese seite eine deutsche ist.
bitte nicht so einseitig berichten.
gruss pingerlo