Oktober 02, 2007

Ende des Ubud Literatur Festivals

Meine allerletzte Veranstaltung, die ich mir auf mein Programm gesetzt hatte, fand im ARMA Museum statt und war das Porträt einer modernen Frau aus Java. Poppy Dharsono ist eine außergewöhnlich schöne und intelligente Frau. Sie hat unter anderem in Paris Design studiert und kämpft heute für die Gleichberechtigung der Frauen. Ausgerechnet dieses Interview wurde nur in Indonesisch geführt. Ich hielt durch und genoss einfach die Atmosphäre. Die Umgebung, der Platz, die Architektur des offenen Gebäudes, der Garten des ARMA Museums mit seinen plättschernden Brunnen, Blumen geschmückten Statuen und blühenden Bäumen war, wie ein Bild ohne Rahmen, in dem meine Augen spazieren gingen. Anschließend schlenderte ich mit Reki, meiner Gastgeberin, durch die Parkanlage und begegnete dem Besitzer dieses Anwesens. Freundlich zeigte er Besuchern, die sich verlaufen hatten, den Weg.

An einer Weggabelung saß unter einem rosa blühenden Franchipanibaum ein junger Mann in traditionellem Kostüm. Er schrieb und malte, wie man es früher hier tat. Es gibt nicht mehr viele Künstler, die diese Technik noch beherrschen. Mit einem kleinen scharfen Messer, es sah fast so aus, wie früher meine Kinderschreibfeder, ritzte er Schriftzeichen und Bilder auf einen länglichen Streifen Lontar. Lontar ist eine Palmenart. Anschließend wischte er mit einer verkohlten Nuss darüber und machte so seine Arbeit erst sichtbar. Durch die fertig beschriebenen, einzelnen Streifen wird eine Schnur gezogen und am Anfang und Ende mit einem Deckel aus kunstvoll geschnitztem Holz abgeschlossen. Die Schnur schlingt man um Deckel und Inhalt. Im wörtlichen Sinn ist es der Bucheinband.
In meinem letzten Workshop "Schreiben für Kinder", ging es unter anderem darum: Nicht beschreiben was passiert, sondern es geschehen lassen! Wie soll ich das Writers Festival in wenigen Sätzen geschehen lassen? Die exotischen Örtlichkeiten, die interessanten, internationalen Persönlichkeiten und die relaxte Atmosphäre waren für mich in Balance und Harmonie, genau so, wie es uns der indonesische Kultusminister in seiner Eröffnungsrede gewünscht hatte.
Meine ganz persönliche Erfahrung und Meinung:
1. Ich muss an meinem Englisch arbeiten.
2. Der Vier-Tage-Pass war nicht zu teuer. Es wird unglaublich viel dafür geboten.
3. Doch müssen viele Veranstaltungen zusätzlich gebucht werden, das sollte frau schon in der Vorbereitung und via Internet tun.
4. Die vielen, zum Teil auch gegensätzlichen Veranstaltungen und ihre Botschaften ergaben am Ende einen Kreis, der sich über Grenzen hinweg in Harmonie schloss. That's life! Das ist Leben.
5. Ich nehme mir vor nach Bali zurückzukehren.

Und das in meinem jetzigen Leben und auf keinen Fall, egal in welchem Leben, als Hund. Also sampai jumpa lagi!

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