Oktober 21, 2007

Wer sorgt für gutes Klima auf der Klimakonferenz?

Die Weltklimakonferenz vom 3. bis 10. Dezember ist nicht zuletzt eine logistische Herausforderung. Mehr als 10.000 Teilnehmer wollen an diesen acht Tagen rundum versorgt werden. Organisiert wird das Treffen wie die jährlichen Weltklimagipfel zuvor in Bonn, genauer im historischen Haus Carstanjen in der Bonner Reinaue, in dem auch der Marshallplan unterzeichnet wurde.Hier hat die UN-Klimarahmenkonvention, ein UN-Sekretariat, seit zehn Jahren ihren Sitz. Chefin des 15-köpfigen Organisationsteams (Conference Affairs Services), das die Konferenz plant und koordiniert ist die ehemalige Sudanesische Diplomatin Salwa Dallalah. Sie ist verantwortlich für den gesamten Ablauf des Weltklimagipfels: Von der offiziellen Bekanntmachung über die Anmietung der Konferenzräume bis hin zum Abschlussprotokoll, das am Ende in sechs verschiedenen Sprachen an Teilnehmer und Journalisten ausgehändigt werden soll. Die energische Frau hofft, dass die Konferenz auf Bali nicht so dramatisch verläuft wie der Klimagipfel 1997 in Kyoto. Das berühmte Kyotoprotokoll kam nämlich erst in einer Nachtsitzung nach dem eigentlichen Ende der Konferenz zustande. Als sich die Delegierten gegen Morgen endlich geeinigt hatten, begann die Arbeit für Salwa Dallalah und ihr Team: Sie ließ zusätzliche Dolmetscher eigens aus Genf einfliegen, damit das Abschlusspapier schnell genug in sechs Sprachen übersetzt werden konnte. "Wir haben über 48 Stunden lang durchgearbeitet. Aber wir waren so glücklich, dass es zu dieser Einigung gekommen war. Das Kyoto-Protokoll hat buchstäblich die Welt verändert", erinnert sich Salwa Dallalah in einem WDR-Beitrag. Und was erhofft sich die Cheforganisatorin vom Treffen auf Bali? Sie weiß, was auf dem Spiel steht. Die Teilnehmerstaaten müssen sich auf ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyotoprotokoll einigen. Wenn sie die drohende Klimakatastrophe abwenden wollen, müssen sie ihre CO2-Emissionen viel drastischer senken als bisher. Trotzdem ist Dallalah optimistisch: "Wenn ich das nicht wäre, könnte ich auch kein positives Ambiente für die Konferenz schaffen. Natürlich bin ich nicht naiv, ich kenne die Punkte der Amerikaner und der Chinesen. Aber ich habe schon oft erlebt, dass Einigungen möglich sind."

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