September 19, 2007

Kostenlos auftanken in Bangkok

Es kommt mir so vor, als ob hier in Asien die Zeit dehnbar ist. Es ist auch sonst alles etwas unwirklich.
Es begann schon zum Beginn der Reise am Flugplatz in London, auf dem Weg zum Writers-Festival in Ubud, mit den durchlaufenden Nachrichten bei CNN: "Erdbeben der Stärke 8,2 in Indonesien - mehrere Tote und 'Verletzte - Tsunamiwarnung." Mein erster Gedanke war: Hoffentlich ist das keine Reaktion auf meine bevorstehende Ankunft in 'Bali. Man kann ja nie wissen, was sich so für Energien im Unterbewusstsein aufgestaut haben.
Der Rest des Fluges war dann, wie so viele Dinge im Leben. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, muss man die Strecke dorthin überwinden.
Die nächste Herausforderung war Bangkok. Der Chaophraya, mit seinen dicken schweren Kähnen, die von fast winzigen Schleppern den Fluss hinaufgezogen werden, floss noch immer ruhig an den vielen Hotels vorbei zum Meer.
tuk-tuk bangkokAn jeder Ecke standen Tuk-Tuks und warteten auf Fahrgäste. Dieses Mal habe ich eines ihrer Geheimnisse gelüftet und es ist mir auch wenigstens einmal gelungen mit einem Tuk-Tuk zu fahren und an mein Ziel gebracht zu werden, ohne in einem der Juweliergeschäften eine Zwangspause einlegen zu müssen. Aber fragt mich nicht um welchen Preis, Kraft- und Energieaufwand. Es wäre besser gewesen, ich hätte mich auf diesen vergleichsweise kurzen Stop eingelassen. Dafür habe ich eine "Übersicht" der 14 Millionenstadt Bangkok bekommen. Mein unterentwickelter Orientierungssinn funktionierte plötzlich fast perfekt. Mein Tuk-Tuk-Fahrer schien außerdem Abgassüchtig zu sein. Er folgte grundsätzlich den dicksten, schwarzen Dieselwolken.
Der Ehrgeiz eines jeden Fahrers besteht außerdem darin, möglichst viele Fremde bei einem ganz bestimmten Juwelier abzusetzen. Der Grund ist eigentlich ein Geheimnis. 1. kostenlos tanken (der Fahrer zeigte mir dann aber doch ganz stolz seine dazu berechtigte Karte,) und 2. das muss ich noch herausfinden.
Auf alle Fälle haben alle Beteiligten nach einer solchen Fahrt ein Lächeln im Gesicht. Die Touristen vor Erleichterung noch am Leben zu sein und der Fahrer, weil er zeigen konnte was er kann. Oder er ist high vom Abgas?
Wichtig ist nur, dass am Ende alle lächeln. Wer bezahlt aber nun am Ende das Benzin? Das wäre eine Frage, die unter Zweitens einzuordnen wäre und der ich beim nächsten Bangkokbesuch auf die Spur gehen werde. Aber erst nach dem Writers-Festival.
Es eilt nicht. Pelan, pelan nähere ich mich Bali und dem LadyBamboo, wo ich wohnen werde.
Sampai jumpa lagi.

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