September 29, 2007

Erster Tag Writers Festival

Die Serie der Vorträge und Interviews des Ubud Writers und Readers Festivals 2007 begann mit einem Willkommen aus Musik, Tanz und der Begrüßung durch Janet de Neefe, der Festival Direktorin. Ich hatte vorher noch Gelegenheit einige Worte mit ihr über mein Buch "Violet goes to Bali"und einer eventuellen Möglichkeit, es im nächsten Jahr beim Festival zu zeigen, zu sprechen.
Das erste Interview mit Hamid Basyaib fand in der obersten Etage des Indus Restaurant statt. Wir saßen unter einem aus Palmen und Bambus kunstvoll gefertigten, traditionellen Dach. eine leichte Brise wehte von drei Seiten durch den offenen Raum, der einen fantastischen Blick über Kokospalmen und Reisterrassen weit hinunter ins Tal bot.
Hamid sprach über den Liberalismus im Islam. Es war mein Einstieg in das vielfältig und große Programm des Writers Festival. Hamids Ausführungen erforderten meine volle Konzentration. Er sprach sehr klar und deutlich. Ich war überrascht, wie gut ich ihn verstand. Ich lese gerade das Buch eines alten indianischen Schamanen und Psychologen und er gebraucht Ausdrücke und Erklärungen zu Gott und den Religionen, wie sie auch der Moslem Hamid machte.
Anmerkung: Hamid sagte: Indonesien ist das einzige und auch größte Land mit moslimischer Bevölkerung, mit einer demokratischen Regierung.
Mein Fazit dieses Interviews: Gott ist Gott in allen Religionen. Und kein Mensch sollte göttlicher sein wollen als Gott selbst, bei der Auslegung von geschriebenen Worten.
Der nächste Vortrag war zum Thema "Nicht sichtbar". Da Geister in Bali zum Leben gehören, war es fast etwas Selbstverständliches. Danach wechselte ich zur Poesie. Die junge Holländerin Haga Peeters, der Australier Miles Merrill und die Indonesierin Dorothea Rosa Herliany aus Java zeigten mir sehr deutlich wo meine sprachlichen Grenzen sind. Trotzdem, am stärksten haben mich die Texte von Rosas Gedichten berührt. Ich kannte Rosa bereits von einigen e-Mails und war nun überrascht, welche Kraft hinter dieser zierlichen Frau steckt. (Reki, vom LadyBamboo hatte Rosa und mich heute zum Lunch eingeladen. Wir haben viel gelacht.)
Nach diesen drei Veranstaltungen war ich so erschöpft, dass ich zur Entspannung über den Markt von Ubud lief und mit einer jungen Händlerin "weltverkehrt" handelte. Sie handelte den Preis für Herrenhemden herunter und ich bot mehr. Am Ende einigten wir uns darauf, dass ich für zwei Hemden soviel bezahlte, wie sie für drei wollte. Das alles fand unter viel Gelächter und Geschmunzel statt. Zum Schluss tauschten wir noch zusätzlich Geschenke aus, weil wir soviel Spaß hatten.
Im Hotel wurde mir dann bewusst, dass ich eigentlich gar keine Hemden kaufen wollte, sondern Vanillestangen. But we had fun! Also mal sehen was ich am Ende alles mit nach Deutschland schleppe.
Sampai jumpa lagi

1 Kommentar:

Matthias Brömmelhaus hat gesagt…

Je mehr Berichte ich lese, desto mehr Lust bekomme ich, selbst mal auf das Festival zu gehen.

Eine Aussage allerdings kann ich nicht so stehen lassen. Wenn Hamid Basyaib behauptet, Indonesien sei das einzige islamische Land mit demokratischer Regierung, dann hat er wohl die Türkei einfach vergessen.