September 06, 2007

Einladung nach Bali

Bitte im Terminkalender vormerken: In Bali findet vom 3. – 14. Dezember die Welt Klima Konferenz statt. In Bali wollen sich Vertreter von mehr als 100 Ländern, auf höchster Ebene vertreten von mindestens 50 Staats- und Regierungschefs, auf einen Fahrplan einigen, wie in den nächsten zwei Jahren über die weltweiten Treibhausgasemissionen verhandelt werden kann.

Die meisten Regierungsvertreter werden in den Hotels von Nusa Dua und Benoa residieren, die vermutlich ähnlich von der Aussenwelt abgeschlossen sein werden, wie wir das noch aus Heiligendamm in Erinnerung haben und jetzt gerade wieder in Sydney erleben. Schon jetzt weisen viele Bali Reiseveranstalter in ihren Publikationen darauf hin, dass auch in den Tagen davor und danach mit ausgebuchten Hotels, Sicherheitskontrollen, blockierten Strassen und erhöhtem Zeitaufwand bei der Einreise wegen verstärkter Sicherheitskontrollen und Visa-Formalitäten gerechnet werden muss. Wir empfehlen also insbesondere den an der Klimakonferenz interessierten NICHT Regierungsvertreter eine rechtzeitige Anreise.

Bali freut sich zu diesem Zeitraum allerdings auch besonders über unabhängige Besucher, die sich vor Ort über den Klimawandel informieren und sich die Auswirkungen speziell auf Bali demonstrieren lassen wollen. Und die vielleicht gleichzeitig genauso wie aus Anlass des Weltkohlegipfels im Juni hier ihre Stimme gegen die amerikanisch-australische Umweltkriegspolitik erheben wollen. Wie die Presse heute aus Sydney berichtet ist in Bali wohl mit erheblichen Konflikten zwischen den von der amerikanisch-australischen Allianz vertretenen 'business first' Politik und vielen derjenigen kürzlich in Wien versammelten Klimaexperten anderer Länder zu rechnen.

Präsident Bush, dem 'zu Ehren'aus Anlass der Gipfel der Pazifikanrainerstaaten (Apec) gerade ganz Sydney abgesperrt und mit einem Feiertag und Schulferien belohnt wurde, gibt wieder mal die Richtung vor wie NICHT gedacht werden darf: Atom statt Kohle, auf gar keinen Fall Einschränkung des Wirtschaftswachstum. Wo nimmt der Mann, dessen Politik auf breiter Front offensichtlich gescheitert ist jetzt nur die Unverfrorenheit her jetzt auch noch der Welt Ratschläge für die Klimapolitik zu geben? Vielleicht sollten wir es so sehen: Was Bush sagt ist zu grosser Wahrscheinlichkeit schon allein aufgrund der mit seiner Politik gemachten Erfahrungen wohl immer die falsche Richtung, so sollten wir uns an anderen orientieren. Wir werden uns hier bei der Vorbereitung des Gipfels eher an andere Quellen halten, wobei die Präsentation lokaler Initiativen und die Analysen und Meinungen von anerkannten Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace einen besonderen Platz einnehmen werden.

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