September 27, 2007

Die Geister haben mir verziehen

CenthiniIm Indus, der "Kommandozentrale" des Writers Festivals, habe ich mir meinen Vier-Tage-Pass abgeholt und fand, dass er sehr teuer ist. Für große, wichtige Veranstaltungen, z.B. die Eröffnung im Ubud Puri Palast, gilt er nicht. Außerdem, so heißt es, sei diese Veranstaltung bereits seit Wochen ausgebucht.
Am Tag dieses Ereignisses war ich mit Freunden unterwegs um Möbel einzukaufen. Wir kamen später als vorgesehen ins Hotel zurück. Ich zog mich um und schminkte mein linkes Auge genauso lila wie mein rechtes bereits war. Ich hing mir eine Perlenkette um und zog mein bestes Kleid an. Ein Taxi sollte mich zum Palast bringen. Immer noch ohne Eintrittskarte schritt ich die Treppe hinunter und unten stand ein "guter Geist" der mir eine Karte für die Eröffnungszeremonie überreichte. Das ist Bali!
Fast eine halbe Stunde kam ich zu späht und rauschte fast mit dem indonesischen Minister für Kunst und Tourismus zusammen. Ich musste eine Sicherheitskontrolle, wie am Flugplatz in Bali passieren. Der Minister natürlich nicht. Ein Blütenkranz wurde mir umgehängt und die Zeremonie begann mit traditioneller Musik und Tänzen. Es folgten, wie überall, die obligatorischen Reden, bei denen es überwiegend um Harmonie und das Willkommen ging. Die weiteren tänzerischen Darbietungen waren so exotisch, wie die angebotenen Speisen und Getränke.
Zwei Stunden später wechselte die meisten Anwesenden vom Palast zu einem Lotusteich, in dessen Mitte eine Theaterbühne, vor der Kulisse eines rot-goldenen Tempeltores ist. Der kaum zu beschreibende Ort, war der Schauplatz einer modernen Tanzinszenierung von einer alten javanesischen Geschichte. (Etwas das der Nibelungensage für Deutsche entspricht.) Anlass war die Präsentation einer englischen Übersetzung der Centhini Story. Das Buch ist im Original in Javanesisch geschrieben und umfasst ca. 1200 Seiten, die nur sehr wenige Menschen alle gelesen haben. Ich weiß nicht, was mich mehr beeindruckt hat, die Übersetzung ins Englische durch eine Französin oder die so fremdartige, großartige Tanzvorführung, bei der ich gelegentlich kaum zu atmen wagte. Sogar die Frösche im Lotusteich quakten sanfter. Die Geschichte von Liebe und Krieg wurde nur von der Stimme eines Mannes begleitet. Sein Gesang bestand aus einem U, das er unendlich variierte. Anschließend interpretierte eine bekannte Hip-Hop-Gruppe ebenfalls dieses Thema. Der Kontrast hätte nicht größer sein können.
Wieder in meinem Hotel zurück, legte ich mich in den Pool, schaute zum Vollmond und wusste, dass die Götter mich lieben.
Aso, Sampai jumpa lagi!

1 Kommentar:

felix hat gesagt…

Danke für die Impressionen...