Juli 09, 2007

Fernsehtip: Die Riffbauer von Bali

Bali RiffeJeder zweite Artikel über Bali in der deutschen Presse in diesen Tagen erwähnt die große Klimakonferenz in Bali im Dezember - und Angela Merkel hat ja versprochen, daß die bedeutenden Versprechungen der Konferenz in Heiligendamm dort eingelöst werden.

Viel konkreter sind allerdings die Erfahrungen, die in und um Bali schon seit einiger Zeit mit der zusätzlichen Erwärmung der Erde und vor allem auch des Indischen Ozeans um Bali herum gemacht werden. Den Küsten vorgelagert sind zahlreiche Korallenriffe, die für Taucher ein Traumziel sind. Einst waren es so viele, dass man sehr lange brauchte, um alle erschlossenen Tauchreviere einmal zu besuchen.

Bali KorallenKorallenriffe gehören zu den faszinierendsten, zugleich aber zu den am meisten gefährdeten Ökosystemen der Erde. Schon ist rund ein Viertel aller Riffe weltweit durch menschliche Eingriffe zerstört. Aber Bali ist gleichzeitig eine der Gegenden der Welt, wo aktiv daran gearbeitet wird durch neue Techniken die Zerstörungen rückgängig zu machen und neue Korallenriffe in Rekordzeit wieder aufzubauen.

Die Korallenriffe vor der indonesischen Insel Bali zählen zu den schönsten und produktivsten Ökosystemen der Erde. An kaum einem anderen Ort findet sich ein höheres Maß an Farbenpracht und Artenvielfalt wie in diesen unterseeischen Gärten. Sie sind Heimat zahlreicher Fischarten, und jährlich zieht es Zehntausende von Hobbytauchern in diese schillernde Unterwasserwelt.

Bali RiffeDoch die Korallenriffe geraten durch zunehmende Verschmutzung und Erwärmung der Meere in Bedrängnis. So geben Balis Fischgründe kaum noch etwas her. Außerdem verliert die Insel ihren natürlichen Schutzgürtel gegen die nagenden Fluten des Indischen Ozeans.

Mit bewundernswerter Tatkraft haben Professor Wolf Hilbertz und Doktor Tom Goreau den Kampf gegen das Riffsterben aufgenommen. Sie versuchen, die Korallenriffe mit Hilfe von Elektrizität zu neuem Leben zu erwecken. Bali KorallenKorallenskelette bestehen aus Kalk, den die winzigen Koloniebewohner durch elektrische Potenziale aus dem Meerwasser herauslösen. Um das Wachstum der unterseeischen Gärten künstlich anzuregen, versenken die Forscher Stahlgerüste im Meer und setzten sie unter schwache Spannung. Innerhalb weniger Stunden lagert sich Kalkstein ab, auf dem dann Korallensetzlinge angebracht werden. Schon nach kurzer Zeit verwandeln sich die künstlichen Strukturen in tropische Korallenparadiese.

Bali RiffeDiese Methode zum Erhalt der unterseeischen Naturwunder hat sich bereits für die Einwohner des Küstendorfes Pemuteran an der Nordküste Balis ausgezahlt. In dem größten künstlichen Riff Indonesiens ist es gelungen, die angestammten Fischgründe zu bewahren. Und auch vom Aussterben bedrohte Arten, wie die Lederschildkröte, haben hier ein neues Zuhause gefunden.

Eine weitere Herausforderung erwartet die Riffbauer in Tanah Lot, dem wichtigsten Heiligtum Balis. Seit Jahrhunderten hat der Tempel den Wellen des Indischen Ozeans getrotzt. Doch mit dem Anstieg des Meeresspiegels sind die tragenden Fundamente den Gezeiten schutzlos ausgeliefert. Kann ein Gürtel aus künstlichen Korallenriffen Tanah Lot vor dem Untergang bewahren?

Die Riffbauer von Bali
Arte - Dokumentation
Deutschland 2007
Regie: Daniela Hoyer, Michael Kaschne
Erstausstrahlung
Mittwoch, 18. Juli 07 - 19.00 Uhr
Wiederholungen :
25.07.
-16:50, 28.07.-18:10

Alle Fotos © Wolf Hilpert/Frank Gutzeit

1 Kommentar:

Felix hat gesagt…

Danke für den Hinweis! Interessanter Beitrag.