April 19, 2007

Warung-Institution Ibu Putu

Wie versprochen folgt hier die nächste Restaurantempfehlung für Ubud und Umgebung – wie immer ohne Gewähr. Die Freunde hipper Lokalitäten oder internationaler Küche müssen sich allerdings noch bis zum nächsten Tipp gedulden. Vorab soll noch einem Urgestein im gastronomischen Angebot Ubuds gehuldigt werden. Ich kann mich jedenfalls an keine Balireise – die erste war 1990 - ohne Besuch in Ibu Putu's Warung erinnern.

Wohnt man im Zentrum von Ubud, haben die Götter vor die kulinarischen Genüsse den Schweiß gesetzt, denn diese Gastronomie-Institution iegt direkt am oberen Ende der Treppe, die von Campuan nach Penestanan hinaufführt. Den „Einstieg“ schräg gegenüber des Tjampuhan Hotel kann man kaum mehr verfehlen, seit eine riesige Werbetafel auf die zahlreichen Losmen, Homestays und Villen in Penestanan, dem „village of young artists“ hinweist.

Ingo Jezierski UbudIngo Jezierski Tempelwächter aus Stein, Ubud
Nach dem schweißtreibenden Aufstieg sollte man sich zunächst einen frisch gepressten Fruchtsaft gönnen. Der Blick in die Speisekarte und die Menüauswahl kostet nicht viel Zeit. Hier findet sich noch das klassische Warungangebot für die höheren Ansprüche der ausländischen Gäste, das in vielen „richtigen“ Restaurants heute ein stiefmütterliches Dasein fristet. Dabei bietet Ibu Putu Mie Goreng, Nasi Goreng, Sate oder Soto Ayam in einer Qualität, die sich hinter dem Angebot in den „feinen“ Restaurants auf keinen Fall zu verstecken braucht. Das liegt vor allem daran, dass die Chefin selbst am Herd steht und alles stets frisch zubereitet. Das gilt auch für die Zutaten wie zum Beipsiel die Erdnusssauce, die Ibu Putu eigenhändig mixt und anrührt. Das Ergebnis ist das vielleicht beste Sate Ayam, das man in Ubud bekommen kann. Ebenfalls zu meinen Favoriten gehört die Tomatensuppe – ein wunderbar frischer, manchmal auch scharfer Genuss! Gewarnt sei allerdings vor der Größe der Portion, die Suppen sind weniger Vor-, sondern vollwertige Hauptspeise.
Zum Essen empfiehlt sich ein Glas Brem – ebenfalls hausgemacht. Ibu Putu liefert ihren Reiswein an zahlreiche Restaurants „downtown“ und nicht selten sieht man Gäste mit einer Plastikflasche nach dem Mahl den Warung verlassen, in der sich keinesfalls Wasser, sondern köstlicher Brem für daheim befindet.

Nach dem Essen nimmt sich Ibu Putu gerne noch Zeit für ein Schwätzchen mit ihren Gästen. Sie hat viele Tipps für Spaziergänge in der Umgebung und kennt jeden im Dorf. Oder man schaut sich in ihrer kleinen Galerie um, in der lokale Künstler ausstellen.

Ein Besuch in Ibu Putus Warung strapaziert den Geldbeutel nur wenig. Die Preise für ein Hauptgericht liegen zwischen 12.000 und 20.000 Rp. Auch bei der Rechnung kommt man sich vor wie in längst vergangenen Zeiten.

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