November 01, 2006

Tod auf Bali - eine Tragödie aus unserer Zeit

Düsseldorf - Nach dem tragischen Tod eines 14-jährigen Jugendlichen auf einem Urlaubsschiff bei Bali muss der Reiseveranstalter den Eltern kein Schmerzensgeld zahlen. Das Düsseldorfer Landgericht wies die Klage der Eltern aus Frechen bei Köln ab (Az.: 11 O 322/03).

Dies als Update aus der heutigen 'Welt' zu unserem Artikel vom 15. August des Jahres:

Dem Spiegel und einigen unserer aufmerksamen Leser sei Dank, viele der Nachrichten über das tragische Unglück auf der "Sea-Safari V" gaben uns ein deutlich zu einseitiges Abbild des Ablaufs und der Reaktion vom Meier's Weltreisen.

Meiers zahlte bald nach dem Unfall 15.000 D-Mark (rund 7500 Euro), also das dreifache des Reisepreises, verständlicherweise allerdings ohne eine rechtlich wirksame Verantwortung zu übernehmen.

Zwei Mitarbeiter des Reiseunternehmens sagten vor Gericht aus, sie hätten das Boot vor dem Unfall inspiziert. Es sei in einwandfreiem Zustand gewesen sein. "Es war alles sehr aufgeräumt und ordentlich. Es lagen auch keine sichtbaren Gefahrenquellen wie offene Kabel oder nicht ordentlich montierte Steckdosen herum", erklärte einer der Zeugen. Eine technische Überprüfung des Schiffes habe aber nicht stattgefunden.

Man kann von einem in Entwicklung befindlichen Land wie Indonesien nicht erwarten dieselben Sicherheitsstandards wie in Deutschland zu haben, die ja von manchen auch als etwas übertrieben angesehen werden. In Deutschland wäre es sicherlich aus Sicherheitsgründen unmöglich gewesen, dass ein Junge jeden Abend auf die Plattform des Segelmastes klettern würde. Ob hier oder in Bali, bei solchen Klettereien kann immer ein Unfall passieren, so tragisch der dann auch im Einzelfall sein mag. Es liegt sicherlich auch in der Verantwortung jeder Eltern für ihr eigenes Kind die Grenzen zwischen spielerischem Erleben und zu hohem Risiko zu ziehen.

Ich selber bin jedenfalls auch deshalb gerne in Bali, weil es hier viel mehr meiner Verantwortung überlassen bleibt, wie ich mein Leben gestalte. Mit allen Vor- und auch manchmal Nachteilen. Meier's jetzt nachträglich so in die Verantwortung nehmen zu wollen wie es die Eltern jetzt versuchen mag vielleicht rechtlich möglich sein, legitim scheint es mir nicht zu sein.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Meiers zu Recht im Schussfeld !

Ich bin erschüttert über diesen Artikel vom 15.08.2006.

Ich möchte deutlich zum Ausdruck bringen, dass der Verfasser -meiner Ansicht nach - nur ein Mitarbeiter von Meiers Weltreisen sein kann.Anders kann ich mir diesen Schwachsinn nicht erklären.

Das Schiff war ein Seelenverkäufer.Auch auf Bali wird man ausgebildete Elektriker haben die Kabel ordentlich montieren und verlegen können.Sonst sind ja die Einheimischen ständig in Gefahr, gerade in so sensiblen Bereichen, was Strom angeht.

Meiers Weltreisen hat die Pflicht, dass seine Kunden gesund und vor allem lebend zurück aus dem Urlaub kommen. So etwas nennt man Verkehrssicherheitspflicht und wer die, wie in diesem Fall aufs gröbste verletzt, wird verurteilt. Das die Eltern den Reiseveranstalter zur Verantwortung ziehen ist richtig. Und es ist zu hoffen, dass das Gericht eine gute Entscheidung treffen wird zum Schutze aller. Zu hoffen ist auch, dass der Reiseveranstalter ein Einsehen hat und in Zukunft seinen Kunden mehr Sicherheit bietet. Mit freundlichen Grüßen!

Anonym hat gesagt…

Guten Tag. Das Reiserecht in Deutschland wird häufig als ungerecht empfunden. Tatsache ist auch, dass der Richter entscheiden muss, was ihm - auch subjektiv vorgetragen - vorgelegt wird. Auch hat der Kläger ein Verschulden zu beweisen. Das ist immer im Ausland schwierig, weil die Verantwortlichen immer darlegen, nicht schuldig zu sein und auch Reiseveranstalter mit Zeugen auftreten, die für ihn günstig aussagen. Es geht um eigene Verantwortung, um den Job, wenn es Deutsche sind um mögliche Strafverfahren in der BRD. Was ist das zu erwarten? Richtig ist einzig und alleine, dass es angezeigt erscheint, zurückhaltend zu sein mit all dem, was man in Entwicklungsländern unternehmen möchte. Das fängt schon beim Ausleihen eines Autos an, welches nicht einmal verkehrssicher sein muss und dann ähnliche Probleme entstehen können. Auch von Bali ist bekannt, dass jedenfalls dort am Gericht alles anders ist als in Deutschland. Dafür sorgt schon die allgegenwärtige Korruption. Da ist grösste Vorsicht geboten.