Mai 01, 2006

Pramoedya gestorben

Pramoedya Anata Toer galt als bedeutendster zeitgenössischer Autor Indonesiens und war mehrfach für den Nobelpreis nominiert. Seine Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt.

Am Donnerstag, den 28. April 2006 wurde Pram, wie ihn seine Freunde nannten, mit Herzbeschwerden auf die Intensivstation des St. Carolus Krankenhauses in Jakarta eingeliefert. Nach seiner Entlassung verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am Sonntagmorgen starb er im Haus seiner Tochter.

Während der japanischen Besatzung Indonesiens im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in der paramilitärischen Organisation Pemuda". 1948/49 sperrten ihn die holländischen Besatzer wegen "antikolonialem Denken" ein. Nach einem Aufenthalt in Holland arbeitete er als Schriftsteller und Herausgeber in Jakarta.
Wegen seiner Nähe zu kommunistischen Organisationen wurde er nach dem Putsch des späteren Diktators Soeharto erneut eingesperrt und verbrachte die Jahre von 1965 bis 1979 in verschiedenen Gefängnissen, vor allem auf der Gefängnisinsel Buru. Hier schrieb er sein berühmtestes Werk, die Romantetralogie Buru. Von seiner Zeit auf Buru erzählt das stark autobiographische Werk "Stilles Lied eines Stummen". Nach Intervention der Carter-Regierung kam er 1979 frei, konnte aber Jakarta bis zum Sturz Soehartos 1998 nicht verlassen. Erst seit 1999 erscheinen seine Werke wieder in Indonesien - und auch in deutsch.

Sehr zum Lesen Empfohlen!

Literatur von und über Pramoedya Ananta Toer im Katalog der DDB
Portal zu Pramoedya Ananta Toer auf radix.net (engl.)
Pramoedya Ananta Toer, New York Times, 1. Mai 2006

Quelle: Wikipedia

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