Oktober 26, 2005

Studieren in Bali

Schon häufig haben wir uns mit den Studienangeboten auf Bali befasst, gerade im Oktober hat auf Bali die Zweigstelle der Uni Flensburg den Studienbetrieb eröffnet. Wir finden in der heutigen 'Märkische Allgemeine' einen informativen Erfahrungsbericht von zwei jungen Leuten aus dem Lande Brandenburg

Wenn Birgit Berthold (28) und Frank Müller (25) über Bali sprechen, schwärmen sie leicht und luftig. Ein halbes Jahr haben die beiden Betriebswirtschaftsstudenten der Fachhochschule Brandenburg (FHB) auf der indonesischen Insel studiert, besser gesagt: gesurft, gestaunt und gesurft.
So wirbt die FH Dortmund für ihr Studium in Bali

'Wir wollten unser Auslandssemester nicht dort verbringen, wo alle anderen hingehen, in die USA oder Großbritannien', erzählt Birgit Berthold. Über das Internet erfuhren sie vom International Business Studies Network (internationales Unternehmensstudien-Netzwerk) der FH Dortmund. Das Studienprogramm 'Surf and Study in Bali' klang gut, bald darauf waren die beiden jungen Leute an der Universitas Udayana Denpasar eingeschrieben. Viel Geld mussten die Studenten allerdings vorstrecken, die Auslands-Ausbildungsförderung wurde erst später bewilligt: 4000 Euro für Flug, Lebenshaltung und Studiengebühren.

Das Studienprogramm war auf ausländische Wirtschaftsstudenten zugeschnitten, die sich mit den ökonomischen Problemen der Schwellenländer in Südostasien beschäftigten. Noch mehr als ihr Studium hat die beiden Brandenburger Studenten das Leben auf Bali beeindruckt und begeistert. Gleich zu Beginn habe ihnen ein Einheimischer bei der Wohnungssuche geholfen und ihnen zwei Tage lang die Insel gezeigt. Jegliche Bezahlung habe er abgelehnt.

'Das Zauberwort hieß Student', erzählt Birgit Berthold. In dieser Eigenschaft werde man auf Bali gleich eine Stufe höher geschoben und gelte als verehrungswürdig. Ein Polizist habe, als er von ihrem Studentenstatus erfahren habe, beide Augen zugedrückt, als die Deutschen mit ihrem Moped verkehrt herum durch eine Einbahnstraße fuhren.

'Als Student ist man ein absoluter Gott auf der Insel der Götter', erzählt die angehende Betriebswirtin. Dazu trug gewiss auch bei, dass die deutschen Gäste mit ihrem Monatsbudget von 300 Euro etwa das Zehnfache eines Durchschnittseinkommens zur Verfügung hatten. (Leicht übertrieben, das Durchschnittseinkommen in Bali liegt bei ca. 150 Euro im Monat, Bali.de)

Frank Müller und Birgit Berthold haben auf Bali deutlich mehr erlebt und erfahren als der normale Tourist. Wie Einheimische hätten sie sich dennoch nicht gefühlt, die Lebensauffassung sei doch zu unterschiedlich, erzählt die Studentin, die bald ihr Diplom macht. Zu der grandiosen Gastfreundschaft und dem Feingefühl, das sich sogar im dichtesten Verkehr bemerkbar mache, komme bei den Menschen auf Bali eine Mentalität, die eher auf den Tag als auf eine längerfristige Planung ausgerichtet sei. Für begrenzte Zeit würde Birgit Berthold gern auf die sonnige Insel zurückkehren, am liebsten mit einem Job als Hotelmanagerin. Für immer dort leben möchte keiner von beiden. Möglichen Bali-Nachfolgern der FHB geben die Studenten einen Tipp: Möglichst erst alle Studienleistungen daheim erbringen und erst dann nach Bali gehen. Denn die dortigen Studienleistungen würden hierzulande nicht anerkannt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo

Anonym hat gesagt…

Der Beitrag könnte etwas Entscheidendes durcheinander bringen: der Bericht beschreibt ein Studienangebot "Surf and Study" der FH Dortmund (und nicht der Uni Flensburg) mit der Erfahrung, dass das Studienangebot der FH Dortmund und Udayana in Deutschland nicht anerkannt wird.
Ganz anders ist es mit dem Semesterprogramm des European Overseas Campus der Uni Flensburg (www.overseas-campus.info), in dem es erst um "Study globally" und danach um "Enjoy locally" geht mit voller Anerkennung der Studienleistungen in Europa und einem internationalen Dozententeam aus Australien, Asien und Europa.