Oktober 05, 2005

Bali-Urlauber bleiben

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Touristen will nach Angaben von Reiseveranstaltern nach den Terroranschlägen auf Bali nicht den Urlaub vorzeitig abbrechen.

Zur Zeit befinden nach Angaben des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) 3400 deutsche Touristen auf der Ferieninsel. Die allermeisten Urlauber beenden demzufolge ihren Aufenthalt trotz der Anschläge regulär. 'Ich habe mit den Veranstaltern vor Ort gesprochen und weniger als 50 Urlauber wollen früher als geplant nach Hause zurückkehren', sagte DRV-Geschäftsführer Tobias Jüngert. In diesem Fall sollten die Veranstalter kontaktiert und mögliche Extrakosten für den Rückflug besprochen werden.

'Die großen Reiseveranstalter haben ihren Kunden kostenlose Umbuchungen bis inklusive 7. Oktober angeboten', sagte Jüngert. Danach solle die Lage erneut bewertet werden. Ob Stornierungen der geplanten Reise allerdings ebenfalls kostenlos möglich seien, müsse mit den einzelnen Veranstaltern geklärt werden.

Das Reiseunternehmen TUI hat derzeit rund 250 Gäste auf Bali. 'Davon haben sechs ihren Urlaub vorzeitig abgebrochen', sagte Pressesprecher Robin Zimmermann am Montag in Hannover. Nach ersten Informationen seien es 20 gewesen, am Flughafen seien dann jedoch nur sechs Touristen gewesen. Für Reisende, die ihren Urlaub abbrechen wollen, organisiert TUI den früheren Rückflug. Das sei kein Problem, da Bali ohnehin ein Linienflugziel sei.

Interpol Agenten am Strand von Jimbaran

Nach Angaben des DRV ließ jedoch auch nach den Anschlägen im Oktober 2002 das Interesse der deutschen Urlauber an der Reiseregion nicht nach. 2004 reisten 170 000 Deutsche auf die Touristeninsel, 2002 waren es 143 000 gewesen. 'Auch in diesem Jahr wurde Bali außerordentlich gut gebucht', hieß es beim DRV. Die meisten Urlauber reisen demnach zwischen Oktober und März nach Bali.

Terroranschläge wie auf Bali verlieren nach Ansicht des Gründers der französischen Touristikfirma Nouvelles Frontières, Jacques Maillot, ihre abschreckende Wirkung auf die Urlauber. Die Urlauber würden das Risiko zunehmend akzeptieren, sagte er am Sonntag in Paris. 'Das ist traurig, aber man gewöhnt sich zunehmend an den Terrorismus.' Zudem bestehe ein Attentatsrisiko auch in Europa. 'Außerdem kann man bei Anschlägen eine gewisse Solidarität der Reisenden feststellen', sagte Maillot. Immer mehr Menschen wollten auch in das Land zurückkehren, weil es den Tourismus brauche.

Nach französischen Angaben wurde eine auf Bali lebende Französin bei den Anschlägen leicht verletzt. Bisher sei von keinem der vermutlich 600 französischen Urlauber bekannt, dass er Opfer der Anschläge geworden sei oder seine Reise abgebrochen habe. Der Schweizer Reiseveranstalter Kuoni erklärte, von drei seiner 118 Gäste auf Bali keine Nachricht zu haben. Die drei seien vom Hotel zu einer Reise aufgebrochen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin erlitten zwei Deutsche leichte Verletzungen. Quelle: n-tv.de

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