Februar 14, 2005

Von HAMBURG nach TAHITI

Wohl so mancher aus dem Hohen Norden hat noch die Melodie im Kopf, mit dem der Norddeutsche RUNDFUNK sonntags das Träumen einläutete. Und dies schon zu Zeiten, als sich noch kaum jemand diese Reise leisten konnte. Heute versuchen sich manche schon daran, sowas in einem dreiwöchigen Urlaub 'abzuhacken. Ich erinnere mich, das mir auch meine Mutter schon im Jahre 1992 auf einem solchen Trip in Bali einen Kurzbesuch abstattete. Kaum Zeit für ein gemeinsames Frühstück...40.000 Kilometern, 24 Tagen, sechs Länder. Einmal ganz rum. Muss eine Weltreise gleich ein Lebensprojekt sein, oder lässt sie sich auch entspannt innerhalb eines Urlaubs unternehmen? Markus Wolff machte den Selbsttest und berichtet im heutigen Spiegel darüber. Natürlich darf bei einer solchen Reise ein Aufenthalt in Bali nicht fehlen, auch wenn dafür nur 49 STUNDEN zur Verfügung stehen:

Schon beim Frühstück wird klar, weshalb Bali ein Stopp auf jeder Weltreise sein muss: ruhiges Meer, friedvolles Palmenrauschen und freundliche Hotelangestellte, die unermüdlich zum Trinken überraschend haarloser Kokosnüsse animieren. Von unseren zwei Tagen hier gehört der erste dem Strand. Während Simone mit einer Blume hinterm Ohr im Pool auf das Eintreffen ihrer Seele wartet, verbringe ich auf meiner Liege die Zeit damit, einheimischen Händlern zu erklären, dass 100 gefälschte Rolex-Uhren oder vier enorm farbige Frühstücksuntersetzer partout nicht in mein Handgepäck passen.

Am frühen Abend zieht sich das Meer zurück. So weit, dass nur noch ein großes, schlammiges Feld zurückbleibt, in dem einheimische Frauen nach Muscheln suchen. Also fahren wir nach Kuta, Balis buntes, lautes, energieraubendes Zentrum, in dem erst nachts das Leben beginnt. Nichts ist hier mehr von der Angststarre zu spüren, in die Bali nach dem Bombenanschlag vor zweieinhalb Jahren verfiel. Im Gewirr aus Karaoke-Bars, T-Shirt-Ständen und Surf-Shops vereinbaren wir mit einem Taxifahrer für den nächsten Tag eine Tour nach Tanah Lot, einem zwar hoffnungslos überlaufenen, aber atemberaubend schön auf einer Felseninsel gelegenen Tempel. Mit einem Hauch Reisterrasse auf dem Weg.

Keine Zeit zum Verweilen: Reisefelder in Bali, im Vorbeisausen
aufgenommen von Markus Wolff

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