Januar 08, 2005

In Bali nichts mitbekommen

Wie wenig Bali vom Tsunami betroffen ist lässt ein Artikel erkennen, den wir heute in der Thüringer Allgemeinen Zeitung fanden. Angehörige von zwei Urlauberinnen aus Erfurt hatten diese als vermisst gemeldet, nachdem sie keinerlei Kontakte zu ihnen herstellen konnten. Was die Angehörigen nicht so genau wussten: Die zwei Frauen weilten auf der Insel Bali und hatten nach eigener Aussage selbst erst später überhaupt etwas von der Katastrophe mitbekommen.

Anett Fröhlich ist 28 und Bauingenieurin. Und sie hatte großes Glück. Zusammen mit ihrer Mutter war sie in den vergangegen Tagen auf einer Insel im Indischen Ozean. In Indonesien. Allerdings, Bali liegt gleichsam versteckt, hinter der riesigen Hauptinsel, die von der Flutwelle schwer getroffen wurde.

Mutter und Tochter bekamen daher überhaupt nichts mit. Sie waren am 15. Dezember gelandet, verbrachten die ersten paar Tage in der Stadt Ubud. Dort planten sie ihre Tour. Nichts vom Reisebüro Organisiertes, sondern einfach eine Seite im Reiseführer aufgeschlagen und mit dem Bus dorthin.

Doch genau das brachte Verwandte und Bekannte zum Verzweifeln. "Ich wusste, sie wollte von Bali auch noch auf eine andere Insel, aber auf welche, das stand noch nicht fest", sagt ihr Freund. Auch dass sie kein Handy dabei hatte, war ihm bekannt. Deshalb schickte er noch am 26. Dezember, dem Tag der unvorstellbaren Katastrophe eine E-Mail an Anett, aber es kam keine Reaktion.

Wie auch? An jenem Tag wanderten sie und ihre Mutter durch eine Bergregion. So wie die Tage davor und danach. Tempel, Vulkankrater und Seen umgaben sie, Fernseher und Internetcafés gab es nicht. Auch keine anderen Touristen, die etwas hätten erzählen können.

"In Thailand, da ist über Weihnachten und Silvester Hochsaison", sagt Anett. "Aber auf Bali, da ist jetzt Regenzeit. Dort sind kaum Ausländer in den einsamen Regionen." Mehr...

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