Januar 02, 2005

Ende der Welt

Der 27. August 1883 ist ein Datum, welches in den letzten Tagen immer wieder erwähnt wurde. An diesem Morgen geriet die Erde in nie da gewesene Bewegung. Eine geologische Revolution setzte sich in Gang mit dem erschütternden Ergebnis, dass über 36.000 Menschen tot, unzählige Orte und die Insel „Krakatau“ selbst von der Landkarte verschwunden sind, und vier Riesenwellen mit einer Höhe von vierzig Metern über das Meer rasen. Der Anfang eines neuen Bildes vom Planeten Erde, informiert der Knaurs Verlag. Dieser Beginn einer neuen Wissenschaft markierte auch den Beginn der Welt als „globalen Dorfes“, denn erstmals nahm sie durch Nachrichtenagenturen an einer entfernten Katastrophe teil. Der Glaube, trotz technischer Versiertheit nicht mehr alles im Griff zu haben, schwand mit dem Zweifel der Ohnmacht.

Die Berliner Lieraturkritik hat kürzlich einen Auschnitt aus einem Krimi über diese vergangenen Tage des britischen Journalist und Sachbuchautor Simon Winchester veröffentlicht. Aus traurigem aktuellem Anlass stellen wir diesen hiermit unseren Lesern zur Verfügung.

© Das Copyright für den Text liegt bei dem Albrecht Knaurs Verlag

Übrigens zitiert Winchester in seinem Buch auch einen Grossen der Weltliteratur mit seinen Bemerkungen über Bali:

Als er Bali erreichte, hatte er sich wieder beruhigt, wie so viele andere, die sich von diesem Landstrich besänftigen ließen.

Wie er feststellte, war der König von Bali »ein gutmütiger fetter Mann, der zweihundert Frauen hatte, in einem Gespann mit zwei weißen Büffeln fuhr und fünfzig Zwerge besaß«. Er war - angesichts der Örtlichkeit vielleicht verständlich - nicht unbedingt der bestinformierte Monarch. Als de Houtman ihn mit der Bedeutung Hollands beeindrucken wollte und ihm eine Karte von Europa zeichnete, auf der die Grenzen Hollands unglaubwürdig nah bei Venedig und Moskau lagen, runzelte der alte Mann nicht einmal einen Augenblick lang die Stirn. Die Besatzung fand großen Gefallen an dem Ort; nur ein einziger Matrose desertierte.

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