September 11, 2001

Bali Literatur: DIE INSEKTEN AUF DEM SPEISEZETTEL

Der Biologe Alfred Russell Wallace (1823-1913) bereiste von 1854 bis 1862 den indonesischen Archipel. Aufgrund seiner Erforschung der süd-ostasiatischen Flora und Fauna entwickelte er seine Abstammungslehre, völlig unabhängig von Darwin. Im Juni 1856 besuchte Wallace die Inseln Bali und Lombok. Noch heute ist die Wasserstrasse zwischen diesen beiden INseln, eine der tiefsten der Welt, nach ihm benannt.

”Täglich sah man Knaben die Straßen entlang und bei den Hecken und Gräben herumgehen, um Libellen mit Vogelleim zu fangen. Sie tragen einen biegsamen Stock mit ein paar gut beschmierten Zweigen am Ende, so daß die geringste Berührung das Insekt fängt, dessen Schwingen abgerissen werden, ehe man es in einen kleinen Korb legt. Die Wasserjungfern sind hier so zahlreich zur Zeit der Reisblüte, daß Tausende auf diese Weise schnell gefangen werden. Man röstet die Körper in Öl mit Zwiebeln und konservierten Garnelen oder manchmal auch allein und sie gelten für eine große Delikatesse. Auf Borneo, Celebes und vielen anderen Inseln ißt man die Larven von Bienen und Wespen, sowohl lebend, wie sie aus den Zellen herauskommen, als auch, wie die Wasserjungfern, geröstet. Auf den Molukken werden die Larven der Palmkäfer (Calandra) regelmäßig in Bambussen zu Markte gebracht und als Nahrung verkauft; und viele der großen gehörnten Blatthornkäfer werden auf heißer Asche leicht geröstet und wo man sie findet gegessen. Der Überfluß an Insekten wird also von diesen Inselbewohnern ausgebeutet."

Alfred Russell Wallace, Der Malayische Archipel (1869), (Hg.) Peter Simons, Societäts-Verlag, Frankfurt AM Main 1983

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