September 11, 2013

Flughafensperrungen im Oktober 13

2013 APEC baliWie uns das Auswärtige Amt auf Anfrage bestätigt hat wird der Flughafen Ngurah Rai auf Bali (DPS) aufgrund des APEC-Gipfels am
06.10.2013 von 10:00 bis 20:00 Uhr,
08.10.2013 von 13:00 bis 20:00 Uhr und
09.10.2013 von 07:00 bis 14:00 Uhr
für den kommerziellen Flugverkehr gesperrt sein.

Aus diesem Grund ist bereits ab dem 04.10. bis zum 09.10.2013 mit Flugstornierungen sowie erheblichen Verzögerungen durch Umbuchungen zu rechnen. Auch wird das Flughafengelände weiträumig abgesperrt und ein Zugang bzw. der Aufenthalt am Flughafen nur mit erheblichen Einschränkungen möglich sein.

Wir empfehlen an diesen Tagen den Flughafen zu meiden und ev. auch ihre Flüge zu verlegen.

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Mai 24, 2010

Bali Hindu Tempel in Hamburg

Hamburger Bali Tempel
Der bundesweit erste balinesische Hindu-Tempel ist am 22. Mai 2010 in Hamburg eingeweiht worden.
Das Museum für Völkerkunde, schon häufiger durch seine Verbindungen zu Bali aufgefallen bietet direkt vor seinen Toren diesem ersten öffentlichen balinesischen Hindu Tempel auf deutschem Boden Heimstatt.
Die in Hamburg lebende Balinesin Juli Biesterfeld ließ den Tempel unter der Leitung von Nyoman Artana in ihrer Heimat anfertigen und finanzierte seine Verschiffung nach Hamburg.. mehr...

Oktober 16, 2008

Ubud Literatur Festival hat begonnen

Literaturfestival openingVor einer großen Anzahl von Ehrengästen hat das 5. Ubud Literaturfestival am 15. Oktober offiziell begonnen. Der neue Bali Governor I Made Mangku Pastika ließ es sich nicht nehmen den traditionellen Gongschlag zur Eröffnung selber auszuführen - und auch eine selber von ihm improvisierte rede in englisch vorzutragen, da die von seinen Redenschreibern vorbereitet Rede nur auf indonesisch vorlag. Dies wies schon auf ein immer wieder kritisch angemerktes Manko des Festivals hin: Simultane Übersetzungen zwischen indonesisch und englisch, ja vielleicht sogar in andere Weltsprachen ist bisher nicht vorgesehen - auch hier wird sich in der Zukunft hoffentlich noch einiges entwickeln. Ulla berichtet vom weiteren Verlauf des ersten Tages.Ubud Literaturfestival 2008
Zu meinem Bedauern fand die Fortsetzung der Eröffnungsfeier nicht, wie letztes Jahr auf der Bühne vor dem Tempel im Lotusteich, sondern im Pura Dalem etwas weiter westlich an der Hauptstraße statt. Jede Stufe des Treppenaufgangs war mit Blüten geschmückt. Ansonsten empfand ich den, von einem umfangreichen Programm begleiteten Abend, für deutsche Verhältnisse sehr exotisch.
Jamie James, in Bali lebender Schriftsteller, früherer Mitarbeiter des 'New Yorker' war der Moderator des Abends. Im ersten Beitrag sprach die Tochter von Sutan Takdir Alisjahbana über ihren Vater, einen literarischen Titan, der maßgeblich zur Verbreitung de indonesischen Sprache als Mittel zur Schaffung einer kulturellen Identität Indonesiens beigetragen hat. Obwohl er bereits 1994 gestorben ist, geht heute hier immer noch eine Faszination von seinem Namen aus. Genau wie von seiner bereits 70 jährigen Lieblings Tänzerin die als lebende Legende direkt im Anschluss an Tamalia Alisjahbana Vortrag tanzte. Der Applaus war dementsprechend.
Ubud Literaturfestival 2008
Der nächste Punkt des Abendprogramms war die Rede eines Reiseschriftstellers über die Verantwortung der Künstler beim Gestalten des Weltbildes. Kurz vorher hatten mich ein paar junge Frauen aus Jakarta angesprochen und wir verzogen uns auf den zweiten Schauplatz des Abends, der für eine spätere Performens im Garten aufgebaut war. Die im Medienbereich arbeitenden jungen Moslemfrauen versorgten mich mit Kuchen vom Büfett. Eine der jungen Frauen erzählte auch stolz, dass der Leiter des morgigen Forums ihr 'Big Boss' ist. Sie will ihn unbedingt auf mich vorbereiten. Mal sehen. Mein blaues Huhn fanden sie auf alle Fälle sehr lustig.

In der Zwischenzeit hatte ein Indonesischer Dichter seine Texte vorgetragen, die gleichzeitig in Englisch auf eine Leinwand übertragen werden sollten, was auch teilweise funktionierte. Auf dem späteren Schauplatz im Freien wurde beschlossen, dass aus beleuchtungstechnischen Gründen die Bühne mit der Zuschauerseite vertauscht werden sollte. Die Leute, die sich dort die Wartezeit mit Party verkürzten räumten eifrig um. Ich natürlich auch. Wir wanderten zur anderen Seite und fanden uns teilweise in frisch gemischten Gruppen wieder. Ich begab mich zum ersten Schauplatz zrück, die Mädels hielten meinen Platz frei.

Eine große Gruppe junger Männer und Frauen, Musiker und Sänger, brachten moderne, sehr ausdrucksstarke Lieder. Die Musik erinnerte mich an dramatische, spanische Musik, vielleicht weil sie von Gitarren begleitet wurde, was für Bali eher unüblich ist. Der nächste Programmpunkt wurde als Sommernachtstraum angekündigt. Das war es dann auch. Balis berühmter junger Tänzer Nyoman Sura und das Theater Angin, traten auf. Die Kostüme waren kaum beschreiblich zauberhaft und aufwendig, wie die Leistung der Tänzer und Tänzerinnen. Das Puplikum war begeistert.

Und dann fand zum Abschluss das Kontrastprogramm, es hätte nicht größer sein können, auf der zweiten Bühne statt. Eine, auf dem Land entdeckte Laienspielgruppe, spielte in einer Kulisse aus Zivilisationsmüll und Wellblechwand überzeugend und gelegentlich etwas derb aber lustig. Sie zeigten ihre Probleme, den Verlust ihres Landes, das sie für den Reisanbau benötigen und das immer mehr für Hotelanlagen und Touristenspielplätze verbraucht wird. Am Ende applaudierte, das doch zur Hälfte aus Touristen bestehende Publikum stehend. Es war ein wirklich ereignisreicher Abend.

Sampai jumpa lagi Ulla
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Oktober 13, 2008

Wayang Kulit

Wayang Kulit Jakarta
Ulla schaut sich in den verbleibenden zwei Tagen bis zur Eröffnung des Ubud Writer- und Readerfestivals um, und entdeckt auch bei ihrem zehnten Besuch in Bali noch Neues - und damit ist nicht unbedingt die Rolex Kopie gemeint, die sie gestern auf dem Markt erstanden hat. In ihrem heutigen Beitrag beschäftigt sie sich mit dem bekanntesten Wayang, dem Wayang Kulit. Mit Wayang werden in Indonesien Figuren bezeichnet, mit denen religiöse, traditionelle Puppenspiele durchgeführt werden. Ulla weiss darüber mehr zu erzählen - und ficht dabei ihre bekannten Kämpfe mit den Widrigkeiten des Lebens hier aus.

Beim Wayang Kulit werden Geschichten von Göttern und Dämonen, mit aus Leder geschnittenen und gestanzten Figuren, auf eine Leinwand gezaubert. Es sind eigentlich die Schatten der Stabfiguren, die uralte Mythen lebendig werden lassen und das normalerweise über Stunden hinweg. Alte Balinesen kennen sie alle auswendig.

Das Spiel wird von einem immer dramatischen Sprecher und lauter Musik von Bambusinstrumenten begleitet. Da ich bis jetzt die Befürchtung hatte, während einer der stundenlangen Vorstellungen einzunicken, was mir doch sehr unhöflich erscheint, habe ich mich trotz Neugier noch zu keinem Wayang Kulit getraut.

Wayang Kulit BaliIn Jakarta war ich im angeblich grössten Puppenmuseum. Es ist in Old Batavia am alten Rathaus, in einem mit holländischen Giebeln versehenen Kolonialgebäude untergebracht. Mir wurde dort, in Ermangelung weiterer Besucher, ausführlich erklärt und gezeigt, wie aufwendig die Stabpuppen hergestellt werden und das hat mich noch neugieriger gemacht.

In Ubud gibt es nun eine "vereinfachte" Vorstellung für Leute wie mich. Für umgerechnet vier Euro war ich dabei. Eine Extraerklärung bekamen die Zuschauer dazugeliefert.

Hinter einem weissen, glatt gespannten Tuch wurde eine Fackel angezündet. Als sie nach ca. 20 Minuten richtig kräftig brannte, begann das Spiel. Zuerst wurden die beteiligten Charaktere vorgestellt. Rechts waren die Bösen, links die Guten. Die Geschichte war von Anfang an klar. Gut gegen Böse und Gut gewinnt, aber erst nach einem sehr langen erbitterten, lauten Kampf, der sich gleichzeitig unter meinem Stuhl zwischen einem Schwarm Moskitos und meinen Beinen abspielte. Bei meinem persönlichen Kampf, trugen die Moskitos trotz Autan den Sieg davon. Ich flüchtete noch vor der Siegesfeier, in die, dem Theater angeschlossene Galerie. Ich sah mir dort zwar geschlagen, aber in Ruhe die Helden des Wayang Kulit nochmals in Ruhe an.
Sampai jumpa lagi Ulla

Das Wayamg Kulit wird in Ubud fast täglich aufgeführt, kann in besseren Unterkünften direkt bei der Rezeption gebucht werden und ist auch Bestandteil der Bali Rundreisen.
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Oktober 09, 2008

Von Drachen und Hexen

Ulla ist auf ihrer grossen Fahrt zum Ubud Literaturfestival in Bali angekommen - und lernt bald mehr über eine der großen Leidenschaften der Balinesen. Die Tradition des Drachenbaues und Fluges auf Bali geht weit in die Vergangenheit zurück und früher wurden Meinungsverschiedenheiten zwischen Dörfern auch mal mit Flugdrachenkämpfe ausgetragen. Sie mußten sich gegenseitig vom Himmel holen und das Dorf mit dem besseren Drachen hatte somit auch die besseren Argumente.
Auf grosser FahrtAuf Bali können Schiffe fliegen, Bali Drachfestival 2008

Die Götter von Java und Bali waren mir gewogen. Ich bin gesund und munter, im bis auf den letzten Platz besetzten Garuda-Flieger, in Denpasar gelandet.
Im Flughafen von Jakarta habe ich mich noch mit einer Flasche Gin (47,5 %) eingedeckt. Mein alte Flasche war dann doch zu Gunsten einiger Bücher in Deutschland geblieben. Ein Grund die Reise im nächsten Jahr wieder zu machen? Auf den Gin war ich dann auch gleich angewiesen. Und das, weil die Hexen in Bali kurze Beine haben und die Drachen scheinbar einen Motor.

Die unterste Stufe zu einem Familiensitz ist traditionell sehr hoch, weil eben Hexen kurze Beine haben und ihr Besuch nicht erwünscht ist. Ich ging auf solch einer Treppe nach unten und liess mich von der neuesten Drachengeneration, die mit brummendem Motor über mir am Himmel schwebte, ablenken. Die Hexenstufe hatte ich völlig vergessen. Das rächte sich. Ich verstauchte mir den Fuss und knallte mit dem Hinterteil auf die Steinstufe. Zum Glück nicht auf das Gesicht, wie im letzten Jahr.

Mit abwechselnd eisgekühlten Gin-Umschlägen und entspanntem Liegen im Pool, ging auch diese Nacht vorüber. Eine sanfte Reflexzonen-Massage mit Kräuter-Ölen brachte mich wieder auf die Beine. Ich glaube fast alle Balinesischen Frauen haben heilende Hände.

Ein junger begeisterter Drachenfan klärte mich über die scheinbar motorisierten Flugobjekte, die gelegentlich sehr zahlreich am Himmel flattern und knattern, auf. Die Geräusche werden durch Lederbänder verursacht. Je lauter sie sind, desto stolzer ist der Drachenbesitzer.
Im August war auf Bali ein Drachen-Festival. Der grösste Drachen, der daran teilnahm, hatte eine Spannweite von über fünf Meter. Sein Schwanz war zwischen 200 und 250 Meter lang. Es braucht enorm viel Geschicklichkeit einen solchen Drachen in die Luft zu bringen und dann dort zu bändigen und zu halten. Die Augen meines Aufklärers funkelten begeistert und er meinte, dass ich unbedingt nächstes Jahr zu diesem Festival nach Bali kommen müsste.
Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen besonders auf die Schlaglöcher auf Balis Strassen und Gehwegen zu achten und auf keinen Fall eine Hexenstufe zu übersehen.
Sampai jumpa lagi UllaDie roten Bullen
Die richtigen Farben und Symbolen spielen bei den Drachen eine grosse Rolle, wie auch heute noch bei diesem Bullen Drachen, gezeigt auf dem Sanur Drachenfestival 2008. Die roten Bullen sind das Symbol der Partei Megawati's, der Tochter des Staatsgründers Sukarno. Diese ist schon allein deshalb bei Wahlen in Bali schon fast unschlagbar, da Sukarno's Mutter Balinesin war und die frühere Präsidentin und im Frühjahr 2009 wieder kandidierende Megawati auch heute noch gelegentlich an Hinduzeremonien teilnimmt. Aber der gerade begonnene Präsidentschaftswahlkampf ist ein anderes Thema, auf das wir demnächst zurückkommen werden.

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Oktober 06, 2008

Jakarta im Ausnahmezustand

Die letzte Woche war es in Bali voll wie selten - obwohl die Reiseführer immer schreiben im Oktober wäre hier nichts los. Aber das stimmt wie so vieles, was in diesen häufig voneinander abgeschriebenen Heftchen zum Glück nicht - bestimmt nicht für dieses Jahr, und bestimmt nicht für Ubud. Hier wirft das 5. Ubud Literaturfestival vom 14-19. Oktober immer deutlicher seine Schatten voraus. Auch Ulla Neumann ist mittlerweile hier angekommen und kann uns auch erklären, warum Balis bessere Unterkünfte in der letzten Woche fast alle ausgebucht waren.
Jakarta - from Wikipedia

Wer Jakarta ohne Stau und Smog, unter einem blauen Himmel erleben möchte, muss zu Idul Fitri hinreisen. Idul Fitri ist das Fest zum Ramadan Ende. Geschätzt wird, dass 1/3 der Einwohner in Ferien sind. Aber wenn ich an die Beschreibung der sonstigen Verkehrsdichte denke, sind höchstens noch 10 % der Einwohner anwesend. Ein grosser Teil war auf Bali mit samt ihren Fortbewegungsmitteln, manche wohl sogar mit ihren Mopeds. Am Abend fuhren in Jakarta kaum noch Autos auf der doppelspurigen Strasse vor meinem Hotel. Mein Zimmer war im zehnten Stock und ich schaute auf Palmen, die den Mittelstreifen zierten. Sie waren mit bunten Lichtersymbolen geschmückt, wie die Strassenlaternen an Weihnachten in Südfrankreich.

In der "Jakarta Post" las ich dann auch auf Seite sechs einen Artikel über die Ähnlichkeit von Idul Fitri und Weihnachten, was sich nicht nur auf den Verkehr bezog. In diesem Artikel wurde auch ein Zitat von Mustafa Bisri gedruckt: "Die wachsende Zahl von Moscheen wird parallel begleitet vom Wachsen der Korruptionsfälle." Irgendwie habe ich mir Jakarta anders vorgestellt, vor allem war ich überrascht, dass dieses Zitat gedruckt wurde.
Von Wikipedia hatte ich 20 Seiten Information ausgedruckt. Es gibt leider dort aber keinen speziellen Reiseführer für Jakarta. Dabei hat die Stadt einiges zu bieten, vor allem an Idul Fitri. Die Geschäfte sind geschlossen, aber die Museen geöffnet und die Strassen sind leer. Mein Fahrer konnte es selbst kaum fassen, wie schnell er von einem Ort zum andern kam. Zum Beispiel nach Old Batavia.
Stadhuis Batavia, Jakarta - heute historisches MuseumDas alte von den Holländern erbaute Rathaus mit seinen Verliessen, in denen immer noch die alten schweren Eisenkugeln liegen, an denen früher die Gefangenen angekettet waren und auch gestorben sind. Ich hatte Gänsehaut.
Der alte Hafen, der 1527 eröffnet wurde, er liegt heute immer noch voller Schiffe, die vermutlich genau so aussehen und auch immer noch so gebaut werden wie damals. Ich erinnerte mich an das Fernweh, das ich bereits als Kind in der Schule hatte, wenn von Batavia gesprochen wurde.
Und dann stand ich wirklich 55 Jahre später an diesem Ort und er gehörte mir einen Moment allein. Auf dem kilometerlangen Kai war niemand ausser mir und meinem Reiseführer. Sicher mehr als 100 bunte, riesige, verwitterte Holzschiffe ankerten in dem alten Hafen. Sie hatten zum Teil Aufbauten von der Grösse eines Hauses mit geschnitzten und verzierten Fenstern im arabischen Stil. Allein dieser Moment war der Abstecher nach Jakarta wert. Ich kann nur empfehlen, auf nach Jakarta, aber wenn möglich nur an Idul Fitri.

Sampai jumpa lagi Ulla
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September 28, 2008

Ubud Literaturfestival 2008

Wer erinnert sich noch an Ulla Neumann und ihre lebhaften Berichte von der Ubud Literaturkonferenz 2007? Wir freuen uns, dass Sie auch in diesem Jahr wieder von dieser Veranstaltung berichten wird, die nicht nur Hapers Bazaar inzwischen für eines der weltweit spannendsten Treffen zwischen Lesern und Autoren hält.

Ulla wird nicht die einzige deutschsprechende Autorin bleiben, die sich aus und in Bali zu Wort meldet. Manche reisen sogar vom gerade eröffneten Berliner Literaturfestival nach Ubud - Ulla lässt es etwas ruhiger angehen und hat dennoch einige Probleme vor dem Abflug zu lösen.
ubudwriter2008

Das Jahr ging wie im Flug vorbei.
Endlich steht das Programm für das Writers-Festival 2008. Aber jetzt heißt es wieder; „wer die Wahl hat, hat die Qual!“ Bis zur Eröffnung sind es ja noch einige Tage und auf dem langen Flug von Zürich nach Jakarta werde ich genügend Zeit haben, das diesjährige umfangreiche Angebot an Events und Veranstaltungen zu sichten und mich zu entscheiden. Ja, die lange Flugzeit ist schon ein Problem. Warum nur ist Bali so weit weg?
ullaneumannIn meinem Koffer sind bis jetzt nur Bücher und sonstige wichtige Sachen und er wiegt ohne ein Kleidungsstück bereits 18 Kilo. Das heißt, ich muss noch mehr selektieren. Ich glaube ich nehme die Flasche Gin, die seit meinem Bali-Rückflug letztes Jahr, von einer Schrankecke in die andere geschoben wird, wieder aus dem Koffer und hoffe in Bali eine gleichwertige Desinfektion zu finden. Ich klopfe sicherheitshalber auf Holz. Bis jetzt habe ich bei all meinen großen Reisen noch nie Verdauungsprobleme gehabt und ich bin nicht gerade zimperlich, was das Essen anbetrifft. Also, bleibt nun der weitgereiste Gin im Koffer, oder kommt er wieder raus?
Auf meinem Hinflug mache ich Jakarta Zwischenstop. Bei meiner Reiseplanung habe ich das Ramadanende nicht bedacht und jetzt sind alle Leute, mit denen ich mich dort treffen wollte, verreist. Oder, die Indonesische Lyrikerin Dorothea Rosa Herliany, die ich gerne wiedergesehen hätte, ist genau zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Frankfurt zur Buchmesse. Ich habe dadurch gezwungenermaßen wirklich Zeit mich vom langen Flug zu erholen, bevor ich mich auf ein neues Abenteuer einlasse und in ein Flugzeug von Garuda-Airlines steige. (Die Fluglinie steht in Europa auf der schwarzen Liste.) Ich bitte die Javanischen Götter um einen guten Start in Jakarta und die Balinesischen Götter für eine gute Landung in Denpasar. Und dazwischen schadet die Unterstützung von beiden Seiten nichts.
Also bis demnächst.
Sampai jumpa lagi!
Ulla
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Juli 29, 2008

Bali lebt auf

0807touristarrivalsall1half.jpg
'Es ist nicht nötig in Bali im voraus zu reservieren’, so zitiert Andrea aus Wien ihre Freundin in einem Gespräch mit anderen Gästen der Ladybamboo Villa in Ubud. ‘Als diese vor zwei Jahren hier war hat sie überall etwas gefunden und meist günstiger als per Reisebüro oder auf dem Internet’. Der Einspruch des Manager, dass dies vor zwei Jahren war bleibt unerhört. Vielleicht überzeugen da ein paar Zahlen. Sie zeigen, dass in dem ersten Halbjahr 2008 fast 25% mehr Ankünfte von Ausländern auf Balis einzigem Internationalen Flughafen Ngurah Rai zu verzeichnen waren als im Vorjahr - und sogar knapp über 67% mehr im Vergleich zu der Zeit als die Freundin von Andrea Bali besuchte. Times they are changin' in Balis Tourismusindustrie. Und auch die Ankünfte aus Europa machen da kaum eine Ausnahme...
Schon so mancher Möchte-Gern-Bali-Tourist hatte in diesem Sommer schon die Erfahrung am eigen Leibe machen müssen: Kein Ticket nach Bali erhältlich. Grund ist die stark gestiegene Ticket Nachfrage nach Bali.

Während im letzten Juni nur zwischen fünf- und sechstausend ausländische Urlauber pro Tag hier ankamen waren es im gleichen Zeitraum in diesem Jahr nach Aussagen von Dewa Puti Kramas von der Flughafenbetreibergesellschaft Angkasa Pura schon fast 7500 Neuankömmlinge. Auch die Ankünfte aus Deutschland haben stark zugenommen. Waren im Jahr 2003 nach der ersten Bali Bombe nur noch rund elf Tausend Deutsche im ersten Halbjahr hier angekommen so kamen in diesem Jahr schon fast wieder so viele Deutsche hier an wie vor den tragischen Ereignissen in Kuta im Oktober 2002. Einsam an der Spitze was die Zunahme an Touristen hier angeht sind allerdings die Russen, fast 91% mehr als im letzten Jahr haben in der ersten Hälfte 2008 unsere kleine Insel besucht. Wer an mehr Zahlen interessiert ist mag sich diese Tabelle in der Vergrösserung anschauen.:
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April 27, 2008

Batikkurs: Lebensfaden in Ubud

In der Jl. Kajeng in Ubud findet sich der 'Lebensfaden', ein kleines privat finanziertes Textilmuseum. Dort gibt es nicht nur eine sehr schöne, fast repräsentativ zu nennende Ausstellung von indonesischen Textilien. Vor allem die dort ausgestellten und sorgfältig beschriebenen Ikat Webereien sollte keiner bei einem Ubud Besuch verpassen sich anzuschauen.

Petra Kilian ist Kostümbildnerin von Beruf und natürlich auch deshalb sehr an Textilien interessiert. Sie beschreibt hier ihre Erfahrungen bei einem der von dort organisierten Batikkurse:



Ich habe bei meinem ersten Aufenthalt in der Ladybamboo Villa erfahren, daß ganz in der Nachbarschaft auch Batikkurse angeboten werden. Doch es gilt diesen rechtzeitig anzumelden, es bedarf zumindest zweier Tage Vorbereitung um die Farbe anzusetzen, in unserem Fall das bekannte 'Jeansblau' Indigo. Ein guter Grund nach unserem Strandurlaub nochmals nach Ubud zurückzukehren - und natürlich die Kursteilnahme diesmal rechtzeitig zu buchen.

Ein Workshop von "Lebensfaden": "Threads for Life" hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Kenntnisse der Färber, Weber und Batiker in ganz Indonesien zu sammeln, zu archivieren, den Wert des Handwerks zu bewahren und die Kunsthandwerker mit einander zu vernetzen. Unser Kursleiter Pung reist regelmässig durch Indonesien und sammelt die Rezepte, die traditionell nur innerhalb der Familie weiter gegeben werden.

Unser Kursverlauf

Es galt früh aufzustehen, denn Ibu Weti holte uns schon um 9 Uhr ab - oder vielleicht besser gesagt sollte uns abholen, da ein tropischer Schauer für etwas Verspätung sorgte - doch dann lachte die Sonne bei unserem zehnminütigen Spaziergang zu einer der umliegenden Strassen. Der Kurs wird in einer offenen Bambushütte, einem traditionellen Webstudio nachempfunden, durchgeführt.

Zuerst gab es sehr genaue Erklärung welche Farben aus welchen Pflanzen entstehen und welche Naturprodukte das Färben und Fixieren möglich machen. Dann durften wir uns ein eigenes Motiv wählen und dies auf Stoff vorzeichnen. Für die erste Färbungsphase benutzten wir den traditionellen "canting" (Hilfsmittel für Handzeichnungen) und später dann Motivstempeln um das Wachs auf unser Tuch aufzutragen. Danach wird der Stoff dann im Indigo-Bottich gefärbt.

Der getrocknete Stoff wird an den Stellen erneut mit Wachs behandelt, an denen der erste helle Blauton erhalten bleiben soll. Danach geht er wieder ins Färbebad und wird getrocknet.

Während der Stoff trocknet, wird man durch den Garten geführt. Dieser enthält eine Vielzahl von Pflanzen, die zum Färben, für medizinische Zwecke und Zeremonien benötigt werden. Besonders beeindruckend war die anschauliche Demonstration, wie der Farbstoff Indigo entsteht, vom gepflückten Blatt bis zur fertigen Paste.

Die Batikarbeit wird mit Naturprodukten farbintensiviert, fixiert, wieder getrocknet und am Schluß wird das Wachs ausgekocht, das Tuch dann fertig zum Mitnehmen als Souvenir.

Ein gelungener Tag, nicht zuletzt auch wegen des leckeren Mittagessens, traditionell und umweltfreundlich in Bananenblätter verpackt. Wer neben seinem eigen angefertigtem Batiktuch noch hochwertige, einzigartige Ikats, andere Webarbeiten und Batiken erwerben möchte, kann dies in der Galerie der Lebensfädler tun - aber das ist ein anderes Thema.
Petra aus Hamburg

Der Batikkurs kostet 39 Euro pro Person, Mindestteilnehmerzahl 2 Personen, mindestens 1 Woche vorher anmelden. Kursbeginn: 9 Uhr, Kursende: 16 Uhr. Am einfachsten kann er über die Ladybamboo gebucht werden, am Besten zusammen mit der Zimmereservierung zum Spezialpreis! Es ist auch möglich sich direkt anThreats of Life zu wenden. (nur in englisch)
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April 23, 2008

Eine Liebeserklärung an Ubud und Bali

Susi Frank
Susi Frank ist Gymnasiallehrerin und nutzt dieses Jahr als Sebatical, den Ausstieg auf Zeit. Gerade in diesen letzten Tagen des April ist sie von der zweiten dreimonatigen Reise zurückgekehrt. Von diesen Reisen hat sie anschaulich in vielen Artikeln berichtet - auch Ubud und Bali bekamen dabei ihr Fett ab. Und Susi legt gleich richtig los, man merkt es fällt ihr schwer Abschied zu nehmen:

Wenn es nicht so ein schreckliches Klischee wäre, hätte ich diesen Beitrag "Im Paradies" genannt. Auch bei meinem nun schon 4. Aufenthalt auf der "Insel der Götter", dem "Morgen der Welt", dem "Paradies auf Erden habe ich jeden Tag das Gefühl, mich hier in Ubud, im Herzen Balis tatsächlich auf dem schönsten Fleckchen Erde zu befinden, das ich auf der Welt kenne.

Das Wort "einzigartig" muss für dieses indonesische Inselchen erfunden worden sein. Bali ist mit keinem anderen Ort auch nur annähernd zu vergleichen. Seine Kultur und Religion (eine ganz eigene Mischung aus Hinduismus, Buddhismus und Animismus) unterscheiden sich drastisch vom überwiegend muslimischen Rest Indonesiens und zeigen eine Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen, die mich immer wieder verblüfft. Balinesen sind in gleichem Masse Meister des Tourismus und hartnäckige Bewahrer ihrer Kultur und ihres Glaubens.

Susi Frank

Kein Haus, kein Hotel, kein Spa, kein Internet-Cafe, das nicht mehrmals täglich mit Opfergaben geschmückt wird, ohne jede Ausnahme. Balinesinnen sollen 1/3 ihres Lebens mit der Fertigung dieser kleinen Kunstwerke verbringen. Kein Tag ohne aufwändige Prozessionen prächtig herausgeputzter, grazil einherschreitender Männer und Frauen mit turmhohen Opfergaben auf ihren Köpfen. Kein Abend in Ubud ohne traditionelle Tänze, Schattenspiele und Gamelan-Musik.
Wenn Bali sein Neujahr, Nyepi, feiert und jedermann sich zuhause verkriecht, um die ebenso bösen wie unterbelichteten Geister glauben zu machen, ihr Eiland sei unbewohnt, dann darf auch kein Tourist seinen Fuß vor die Tür setzten und der internationale Flughafen bleibt für 24 Stunden geschlossen (übrigens der einzige weltweit, der dieses Privileg genießt). Schon allein dafür liebe ich diese Insel.
Bei aller Religiosität sind die Balinesen humorvolle, ausgeglichene, charmante Zeitgenossen, denen ich nicht mal dann böse sein kann, wenn sie mich mit ihren Kamikaze-Mopeds fast über den Haufen fahren, um mir dann ihr schönstes entschuldigendes Strahlen zu schenken.
Außerdem haben sie sich einen fantastischen Trick für all die naiven Touristen ausgedacht, die Bali einfach nur für eine nette, billige tropische Bade-oder Surfinsel halten. Diese werden in ein Hotelghetto auf einer vertrockneten, abgelegenen Halbinsel im Süden mit mittelmäßigen Stränden gepfercht, wo sie einen 0815-Urlaub verbringen, viel Geld da lassen und sich wundern, was das ganze Gerede vom Paradies soll, weil ihnen die einstündige Fahrt nach Ubud zu weit ist.
Muss ich noch erwähnen, dass Balis Landschaften (außerhalb dieses vergleichsweise kleinen Ghettos) so schön wie seine Menschen sind? Über den weltberühmten, an Ästhetik nicht zu übertreffenden Reisterrassen thronen gewaltige, teils aktive Vulkane, deren Hänge von tiefen Schluchten durchfurcht sind und über die abenteuerliche Pass-Sträßchen führen. Im Süden begrenzen dramatische Steilklippen Balis Küste, der Westen der Insel ist von undurchdringlichem Dschungel bedeckt.
In meinen 5 Wochen hier habe ich mir vorgenommen, Bali in mich aufzusaugen wie ein Schwamm. Jeden zweiten Tag schwinge ich mich auf mein Moped und versuche jeden Winkel meiner geliebten Insel zu erforschen. Die andern Tage gehe ich zum Yoga-Unterricht und nehme Indonesisch-Stunden bei der entzückenden Nyoman. Die Sprache ist herrlich einfach und absolut niedlich. Oft gehe ich jala-jalan (spazieren) zum toko buku (Buchladen), aber immer hati-hati (vorsichtig) wegen der vielen Schlaglöcher oder esse mit meiner neun Freundin Courtney aus San Francisco( Zufall oder kein Zufall?) im rumah makan (Restaurant) bebek enak (leckere Ente, balinesische Spezialität).
Jeder Tag ist ein Fest, und Ubud ist ein riesiges Festmahl, bei dem man nie weiß, wo man vor lauter Köstlichkeiten zuerst zuschlagen soll.
Entschuldigt, dass dieser Beitrag wie eine Werbebroschüre des indonesischen Fremdenverkehrsamts klingt. Diejenigen von euch, die Bali kennen, werden mich verstehen. Den anderen werde ich mit meinen Schwärmereien solange auf die Nerven fallen, bis sie entweder selbst losfahren oder die Ohren zuklappen.
In diesem Sinne: Hati-Hati, passt auf euch auf und lasst von euch hören.
Kein Haus, kein Hotel, kein Spa, kein Internet-Cafe, das nicht mehrmals täglich mit Opfergaben geschmückt wird, ohne jede Ausnahme. Balinesinnen sollen 1/3 ihres Lebens mit der Fertigung dieser kleinen Kunstwerke verbringen. Kein Tag ohne aufwändige Prozessionen prächtig herausgeputzter, grazil einherschreitender Männer und Frauen mit turmhohen Opfergaben auf ihren Köpfen. Kein Abend in Ubud ohne traditionelle Tänze, Schattenspiele und Gamelan-Musik.
Wenn Bali sein Neujahr, Nyepi, feiert und jedermann sich zuhause verkriecht, um die ebenso bösen wie unterbelichteten Geister glauben zu machen, ihr Eiland sei unbewohnt, dann darf auch kein Tourist seinen Fuß vor die Tür setzten und der internationale Flughafen bleibt für 24 Stunden geschlossen (übrigens der einzige weltweit, der dieses Privileg genießt). Schon allein dafür liebe ich diese Insel.
Bei aller Religiosität sind die Balinesen humorvolle, ausgeglichene, charmante Zeitgenossen, denen ich nicht mal dann böse sein kann, wenn sie mich mit ihren Kamikaze-Mopeds fast über den Haufen fahren, um mir dann ihr schönstes entschuldigendes Strahlen zu schenken.
Außerdem haben sie sich einen fantastischen Trick für all die naiven Touristen ausgedacht, die Bali einfach nur für eine nette, billige tropische Bade-oder Surfinsel halten. Diese werden in ein Hotelghetto auf einer vertrockneten, abgelegenen Halbinsel im Süden mit mittelmäßigen Stränden gepfercht, wo sie einen 0815-Urlaub verbringen, viel Geld da lassen und sich wundern, was das ganze Gerede vom Paradies soll, weil ihnen die einstündige Fahrt nach Ubud zu weit ist.
Muss ich noch erwähnen, dass Balis Landschaften (außerhalb dieses vergleichsweise kleinen Ghettos) so schön wie seine Menschen sind? Über den weltberühmten, an Ästhetik nicht zu übertreffenden Reisterrassen thronen gewaltige, teils aktive Vulkane, deren Hänge von tiefen Schluchten durchfurcht sind und über die abenteuerliche Pass-Sträßchen führen. Im Süden begrenzen dramatische Steilklippen Balis Küste, der Westen der Insel ist von undurchdringlichem Dschungel bedeckt.
In meinen 5 Wochen hier habe ich mir vorgenommen, Bali in mich aufzusaugen wie ein Schwamm. Jeden zweiten Tag schwinge ich mich auf mein Moped und versuche jeden Winkel meiner geliebten Insel zu erforschen. Die andern Tage gehe ich zum Yoga-Unterricht und nehme Indonesisch-Stunden bei der entzückenden Nyoman. Die Sprache ist herrlich einfach und absolut niedlich. Oft gehe ich jala-jalan (spazieren) zum toko buku (Buchladen), aber immer hati-hati (vorsichtig) wegen der vielen Schlaglöcher oder esse mit meiner neun Freundin Courtney aus San Francisco( Zufall oder kein Zufall?) im rumah makan (Restaurant) bebek enak (leckere Ente, balinesische Spezialität).
Jeder Tag ist ein Fest, und Ubud ist ein riesiges Festmahl, bei dem man nie weiß, wo man vor lauter Köstlichkeiten zuerst zuschlagen soll.
Entschuldigt, dass dieser Beitrag wie eine Werbebroschüre des indonesischen Fremdenverkehrsamts klingt. Diejenigen von euch, die Bali kennen, werden mich verstehen. Den anderen werde ich mit meinen Schwärmereien solange auf die Nerven fallen, bis sie entweder selbst losfahren oder die Ohren zuklappen.
In diesem Sinne: Hati-Hati, passt auf euch auf und lasst von euch hören.

Susi Frank


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